Auf dem Spornitzer Felde, nicht weit von der Parchimschen Landwehr, liegen dicht an der Chaussee sieben große Steine, sechs dicht beieinander, der siebente etwas davon ab. Sie haben stellenweise blutrote Flecken. Von ihnen erzählt man Folgendes:
🥖 Der Frevel im Pferdepark
In früheren Zeiten, als die Bauern ihre Pferde des Abends und des Nachts weiden ließen, hüteten mal sieben Jungen die Pferde von Spornitzer Bauern.
Um sich die Zeit zu vertreiben, verfielen sie aufs Kegelspiel, und da sie weder Kegel noch Kugeln hatten, so machten sie aus den Würsten, die sie als Zehrung mitbekommen, Kegel und aus der Brotkrume Kugeln.
🗿 Die unheimliche Verwandlung
Da kam ein kleiner Mann zu einem der Jungen, der dem Spiel bloß zugesehen hatte und gebot ihm, schnell fortzulaufen und sich nicht umzusehen.
Die Sechs: Die sechs anderen wurden in Stein verwandelt.
Der Siebente: Der Weglaufende, neugierig, zu erfahren, was aus seinen Kameraden geworden, sah, um so das Gebot zu umgehen, zwischen seinen Beinen hindurch und wurde zur Strafe ebenfalls zu Stein.
🩸 Der blutende Stein
Der Spornitzer Müller nahm mal einen der Steine mit nach Hause, um ihn bei seiner Gartenmauer zu verwenden. Da fing der Stein an zu bluten, der Müller erschrak und brachte ihn eilends an seine Stelle zurück.
Seitdem liegen die Steine ungestört und auch bei dem Bau der nahe gelegenen Chaussee hat man sie unberührt gelassen.
🧵 Dies ist ein tiefes Zeugnis unseres Alten Glaubens, der uns mahnt, die Gaben der Natur und des Lebens mit Ehrfurcht zu behandeln. Wer Frevel an ihnen begeht, den ereilt ein unerbittliches Schicksal.
