In großer Not und bitterer Armut verschrieb ein Fischer, der an einem der dunklen Seen bei Ankershagen lebte, dem Teufel seine Seele, im Tausch gegen ein besseres Leben. Diese uralte Erzählung führt uns tief in die Mystik Mecklenburgs und zeigt, wie verzweifelt die Menschen an die unsichtbaren Mächte des Alten Glaubens gebunden waren.
⚓ Der Schwur & die finstere Nacht
Die verhängnisvolle Nacht rückte unaufhaltsam näher, in der er dem Bösen verfallen sollte. In seiner Verzweiflung fasste der Fischer jedoch einen kühnen Plan:
Die eiserne Fessel: Er band sich mit starken Seilen fest an seinen schweren Bootsanker.
Die trügerische Hoffnung: Mit diesem Gewicht, dachte er, kann selbst der Teufel mich nicht davontragen.
🌩️ Die Entführung im Sturmwind
Doch als die Stunde schlug, erschien der Höllenfürst. Die Kräfte der Finsternis ließen sich von sterblichem Eisen nicht täuschen:
Mit übermenschlicher Kraft hob er den Fischer mitsamt dem schweren Anker mühelos in die Luft.
Heulend und tosend trug er ihn durch die Nacht davon.
🌳 Die schützende Linde & das Morgenlicht
Da ragte plötzlich eine mächtige alte Linde vor ihnen auf. Ein heiliger Baum, tief verwurzelt im Alten Glauben unserer Altvorderen.
Der rettende Aufprall: Der Anker krachte mit gewaltiger Wucht in den Stamm des Baumes und bohrte sich tief hinein.
Der verzweifelte Kampf: Der Teufel tobte und zerrte mit aller Macht, doch der Anker saß fest wie ein Eisenpflock. So sehr er auch fluchte und riss, er konnte ihn nicht mehr lösen.
Der Morgen graute. Mit dem ersten wärmenden Licht des Tages musste der Teufel fliehen. Der Fischer war gerettet.
⛪ Das eiserne Andenken
Noch lange war das tiefe Loch zu sehen, das der Anker in die Linde geschlagen hatte, als stummes Zeugnis dieses Brauchtums.
Zum ewigen Andenken hängte man einen eisernen Anker an die Kirchentür.
Und so soll auch der Name Ankershagen seinen Ursprung in dieser schicksalhaften Nacht haben.

