Die Riesen & die alte Eiche: Sage vom Riesenstein in Groß Flotow

Zur Zeit, als in Mecklenburg die letzten Riesen noch durch die Wälder und Felder streiften, das Christentum aber bereits seine Kirchen errichtete, da brodelte in einem Riesen ein unbändiger Zorn. Diese gewaltige Überlieferung führt uns tief in die Zeitenwende unserer Heimat und zeigt das stürmische Aufeinandertreffen des Alten Glaubens mit der neuen Welt.

⚡ Der Aufschrei & der gewaltige Wurf

Die alten Mächte ließen sich nicht lautlos verdrängen. Der Hüne stemmte sich mit all seiner urtümlichen Kraft gegen das Schicksal:

  • Der unbändige Zorn: Voller Wut über den Vormarsch des neuen Glaubens und den Sieg des Christengottes ergriff er einen gewaltigen Felsblock.

  • Die dunkle Absicht: Er holte weit aus und schleuderte den schweren Granit mit ohrenbetäubendem Brüllen gegen den Kirchturm von Groß Flotow, um ihn in Trümmer zu legen.

🌳 Die schützende Erde & das Erbe der Vorzeit

Der Stein raste durch die Luft, doch statt sein Ziel zu treffen, griff die Natur selbst schützend ein und veränderte die Bahn des Geschosses:

  • Der gewaltige Fall: Er stürzte senkrecht herab und schlug mit vernichtender Wucht neben einer alten Eiche in den Boden. Die Erde erzitterte tief unter dem Aufprall.

  • Das steinerne Mal: Dort liegt der mächtige Riesenstein noch heute am Wegesrand, fest verwurzelt im Moos als greifbares Zeugnis unseres Ahnenwissens.

Deutlich sind an seiner rauen Oberfläche noch immer die tiefen Abdrücke der riesigen Hand zu erkennen, mit der der zornige Hüne ihn einst gepackt und geworfen hatte. Es ist ein ewiges Denkmal am Wegesrand, das unsere Seele daran erinnert, dass die ungezügelten Kräfte der Vergangenheit niemals ganz verstummen.