Das flammende Zeugnis: Sage des Gottesurteils zu Wittenburg

Im Jahr 1351 brach in Wittenburg im Haus eines reichen Bürgers ein verheerendes Feuer aus. Der starke Wind trieb die Flammen durch die Stadt, sodass große Teile Wittenburgs in Schutt und Asche lagen. In der Asche der zerstörten Gassen suchte man schnell nach Schuldigen, getrieben von Angst und der Suche nach Vergeltung.

  • Die Anschuldigung: Ein einfacher Arbeiter wurde der Brandstiftung beschuldigt.

  • Der Unschuldsbeistand: Er beteuerte jedoch unentwegt seine Unschuld.

Um das Urteil über Wahrheit und Lüge den höheren Mächten zu überlassen, wurde er daher zum Gottesurteil verurteilt: Er musste ein glühendes Eisen mit bloßer Hand tragen.

⚖️ Die unversehrte Hand & das schwindende Metall

Der Mann ergriff das rotglühende Eisen, trug es eine Strecke weit vor den Augen der Richter und zeigte dabei keinerlei Anzeichen von Schmerz. Ein tiefes Zeugnis des Alten Glaubens, dass die Wahrheit den Unschuldigen schützt:

  • Das Wunder: Als man danach seine Hand untersuchte, war sie vollkommen unverletzt und rein.

  • Das Rätsel: Noch erstaunlicher war jedoch, dass das glühende Eisen im selben Augenblick plötzlich spurlos verschwand, als hätte die Erde selbst es verschluckt.

🔥 Die späte Rache des glühenden Eisens

Ein Jahr verging, und das Leben kehrte langsam in die Ruinen zurück. Beim Wiederaufbau der Stadt hob ein Arbeiter einen schweren Stein auf und darunter lag das damals verschwundene Eisen, immer noch unfassbar und geheimnisvoll glühend heiß.

  • Die Strafe: Als es die Hand des Arbeiters berührte, verbrannte sie schwer und unbarmherzig.

  • Das Geständnis: Vom Schmerz und dem sichtbaren Urteil der Mächte bezwungen, gestand der Mann daraufhin, dass er selbst es war, der das verheerende Feuer damals gelegt hatte.

Er wurde für seine Tat zum Tode verurteilt. Das glühende Eisen aber wurde im Sinne unserer Überlieferung noch viele Jahre auf dem Rathaus von Wittenburg aufbewahrt und den nachfolgenden Generationen als unumstößlicher Beweis für das vollstreckte Gottesurteil gezeigt. Ein ewiges Mahnmal dafür, dass kein Frevel vor den Augen der Wahrheit verborgen bleibt.

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